Vollständige Version anzeigen : Tausch Kardanmittellager
Hi!
Aus aktuellem Anlass: http://www.mb-freunde.de/vbulletin/showthread.php?t=7125
Hier möchte ich Euch ein paar heut während der OP geschossene Fotos nicht vorenthalten...
Bild 1: Der Repsatz von MB, derzeit bei 24,48 netto zzgl. das Faltenlager, welches mit 40,78 netto zu Buche schlägt...Hier ist das Lager schon in das Faltenlager eingepresst. Faltenlager bei 70°C in den Backofen, Mittellager ins Gefrierfach, etwas Silikonspray aufs Gummi und es fluppt mit zwei Fingern ruckzuck sauber rein.
Bild 2: Da muss es gewechselt werden...man verzeihe mir den rotbraunen Ausschlag unterm Auto...
Bild 3: Drei Schrauben müssen raus...ich habe, entgegen der WIS, die von der Welle gelöst. Erstens kommt man besser dran, zweitens schleppt man dann nicht die Hardyscheibe an der Welle mit sich rum. Sicherheitshalber habe ich auch hier Welle und Hardyscheibe zueinander gekennzeichnet sowie die Schrauben durchnumeriert, damit alles an seinen alten Platz kommt.
Bild 4: Das Kardanmittellager sitzt genau überm Kat, ein Hitzeblech verdeckt es zusätzlich. Sicht hier vom Heck Richtung Front.
Bild 5: Das Hitzeblech geht noch rausgefummelt bei eingebautem Auspuff - aber hier nen 41er und 46 Schlüssel anzusetzen, hätte mit Hexenwerk zu tun. Die Spannmutter muss nämlich gelöst werden. Also raus den Puff!
Bild 6: Der Auspuff ist komplett ab Krümmer ab und beiseite gelegt, das siehts doch schon zugänglicher aus...
Bild 7: Hier nochmal aus der anderen Richtung
Bild 8: Spannmutter gelöst, zwei Umdrehungen reichen. Kann sein, dass ältere Modelle keine gekennzeichnete Welle habe, da müsste man sich Markierungen machen, damit sich das vordere und hintere Stück der Welle wieder wie vorher zusammenfügen lassen. Mein 95er hatte die schon, Bild davon folgt.
Bild 9: Hintere Hardyscheibe gelöst...Man kommt einfacher an die einzelnen Schrauben, wenn man ein Hinterrad hochbockt und dann dran dreht. Die Kardanwelle dreht sich dann mit und man kann Schraube für Schraube bequem lösen. Getriebe natürlich vorher auf N oder Leerlauf stellen. Die Scheibe dann mit nem Dorn aus dem Sitz des Kardanflansches lösen, der ist ein kleines Stück in die drei Buchsen eingesteckt.
Bild 10: Das hintere Kardanwellenstück dann Richtung vorn schieben und aus der Hardyscheibe fummeln, dann die Verzahnung nach hinten aus dem vorderen Kardanwellenstück ziehen. Sollte ganz leicht gehen, und man hat das hintere Wellenstück in der Hand. Hier fällt dem geübten Auge auf dem Foto vermutlich schon etwas auf...
Bild 11: Blick auf das vordere Kardanwellenstück. Das blanke ist die Nut der Spannmutter, in die später die Gummitülle (ist im RepSatz enthalten) eingreift und die Verzahnnung vor Gammel schützen soll.
Bild 12: Mit dem richtigen Werkzeug ist das alte Lager ruckzuck runter, geht zur Not aber auch mit Hammer und einem Treiber und wechselseitigem Klopfen auf den Innenring. Aber dann auf die Verzahnung aufpassen!
Bild 13: Runter! Und gleich die zweite Auffälligkeit...man schaue noch mal auf Bild 1 und überlege, wo eigentlich die metallenen Schutzkappen aus dem Reparatursatz sitzen sollten...hier scheinbar nicht. da diese Kappen einzeln eine 107er und 123er Teilenummer haben, gehe ich mal davon aus, dass MB sie nicht erst nachträglich ins Programm genommen hat. In meinem Fall hat wohl schon mal jemand das Lager gewechselt und vergessen, die Kappen mitzumontieren...
Bild 14: Welle jetzt in einen Schraubstock eingehängt (nicht geklemmt!), Verzahnung gereinigt und die erste Schutzkappe korrekt aufgesetzt...
Bild 15: Jetzt das Lager aufpressen...man kann es auch mit einem Rohr, das auf dem LagerINNENring aufsitzt, vorsichtig aufklöppeln. Ticktickticktack... dann sitzt es richtig. Also vielleicht nicht direkt anner dreispurigen Autobahn versuchen, dann hört man es nicht so genau.
Bild 16: So sitzt das Lager richtig...
Bild 17: die vordere Schutzkappe; die muss man auch vorsichtig aufklopfen. Entweder wieder mit einem passenden Rohr (dasselbe wie vom Lager montieren), oder mit einem feinen Treiber über dem Innenring des Lagers. Auch hier dann wieder aufpassen, nichts zu beschädigen! Richtig draufsitzen tut die Kappe, wenn deren oberer innerer Rand mit dem Zapfen der Welle abschließt, bevor er im Durchmesser kleiner wird und danach in den verzahnten Bereich übergeht...
18: Dann wird die Gummitülle aufgeschoben und man kann die Welle wieder unters Auto schleppen. Gemäß Zeichnung auf der Welle (die Markierungen müssen fluchten) zusammenstecken, etwas zusammenschieben und wieder hinten passend in die Hardyscheibe einfädeln. KLEMMMUTTER NOCH NICHT ANZIEHEN; LAGER NOCH NICHT AM FAHRZEUGBODEN FESTSCHRAUBEN!
19: Auch hinten wieder komplett. Drehmoment bei M12-Bolzen 60nm, bei m10: 45nm
20: Jetzt kann das Lager am Boden verschraubt werden. 25nm. Dann kann man, wenn die Welle geschmeidig sitzt, die Klemmutter mit 30-40nm anziehen und die Gummitülle, wenn sie denn noch nicht von allein draufgefluppt ist, über die Nut der Klemmmutter stülpen.
Bild 21: Hier die Mutter angezogen, die Tülle aufgesteckt.
Bild 22: Das Hitzeblech nicht vergessen, bevor man den Auspuff wieder montiert.
Bild 23: Noch mal das Prinzip der fluchtenden Markierungen auf der Welle...derselbe Dödel, der an meinem alten Lager auf die Schutzkappen verzichtet hat, hat die Welle übrigens auch falsch zusammengesteckt. Hat sich aber, wohl durch Zufall, nicht wirklich bemerkbar gemacht. Ansonsten kann die Welle unwuchtig laufen.
Die weiteren Schritte der Auspuffmontage habe ich mir mal gespart.
Viel Spaß beim Nachmachen!!!
Schöne Doku, danke schön.
ich habe aber noch eine Frage, ich erinnere mich nicht mehr richtig daran, aber saß auf der Fahrzeug Unterseite nicht auch ein rundes Blech in das der Faltenbalg fasst?
Also quasi so eines wie das, was bei dir "vor" dem Faltenbalg sitzt?
Ist alles wieder dran gekommen, was dran war...zuzüglich der blechernen Schutzkappen direkt vor dem Lager. Von einem weiteren Blech weiß ich nix...
gruß
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