Vollständige Version anzeigen : Fehler bei der Vermessung?
Horchundguck
24.10.2008, 22:28
Hallo zusammen,
ich habe heute meinen 124-er vermessen lassen.
Laut Protokoll stimmen die Werte (liegen innerhalb der
Toleranzen). Nun steht aber das Lenkrad seither auf
"10 nach 8", also leicht schief bei Geradeausfahrt.
Was könnte die Ursache sein? :(
Ciao - Rolf
cheeeech
24.10.2008, 22:42
Eigentlich wird das Lenkrad erst gerade gestellt und dann vermessen...
Haben sie bei dir wohl nicht gemacht :rolleyes:
Zieht er denn zu irgendeiner Seite wenn du das Lenkrad loslässt oder fährt er schön geradeaus ?
Hallo Rolf,
das Lenkrad wird nur etwas eingeklemmt. Wenn dann festsitzende Gewinde gelöst werden, kann es schon mal vorkommen, das sich das Lenkrad verdreht.
Wenn das nicht kontrolliert wird, ist das Lenkrad eben schief, obwohl die Einstellung an sich stimmt.
Ich würde wieder hinfahren und das beheben lassen. Ist nur Faulheit oder Vergesslichkeit des Vermessers gewesen und hat der das ordentlich zu machen.
Gruß Ulli
2.5litertee
25.10.2008, 00:04
Wenn das nicht kontrolliert wird, ist das Lenkrad eben schief, obwohl die Einstellung an sich stimmt.
Das stimmt SO nicht. Jedes Lenkgetriebe hat eine Mittelstellung (in der auch das Lenkungsspiel am geringsten ist). Wird so vermessen, das das Lenkrad schief steht, so stimmt die Einstellung eben nicht in sich. Der nachbessernde Mechaniker wird nun vermutlich das Lenkrad lösen abnehmen und "richtig" wieder aufsetzen. Damit stimmt zwar die Lenkradstellung, das Lenkgetriebe ist aber immernoch in der falschen Position, bis zum nächsten vermessen, bei dem sich entweder die Situation noch verschlechtert oder bestenfalls gleich bleibt. Es gibt zwar eine zentrier-Schraube die von unten in das Lenkgetriebe geschraubt werden kann um die Mittelposition wieder zu ermitteln, der wahre Jakob ist das aber nicht. Besteh auf eine komplette Neuvermessung deines Fahrzeugs in deiner Anwesenheit.
j.-tommy
25.10.2008, 13:08
Das stimmt SO nicht. Jedes Lenkgetriebe hat eine Mittelstellung (in der auch das Lenkungsspiel am geringsten ist). Wird so vermessen, das das Lenkrad schief steht, so stimmt die Einstellung eben nicht in sich. Der nachbessernde Mechaniker wird nun vermutlich das Lenkrad lösen abnehmen und "richtig" wieder aufsetzen. Damit stimmt zwar die Lenkradstellung, das Lenkgetriebe ist aber immernoch in der falschen Position, bis zum nächsten vermessen, bei dem sich entweder die Situation noch verschlechtert oder bestenfalls gleich bleibt. Es gibt zwar eine zentrier-Schraube die von unten in das Lenkgetriebe geschraubt werden kann um die Mittelposition wieder zu ermitteln, der wahre Jakob ist das aber nicht. Besteh auf eine komplette Neuvermessung deines Fahrzeugs in deiner Anwesenheit.
japp...nur so ist es richtig...alles andere ist "schnell rein und wieder raus pfusch"...
und JA! ...bestehe darauf, dass du dabei bist...hab ich auch so gemacht...ging nach etwas "dumm" gucken problemlos und der mechaniker weiss ja nicht, ob du ahnung davon hast...also macht er`s dann vorsichtshalber mal richtig... :eek:
zu einer vermessung gehört auch immer eine probefahrt...
Hallo,
Lenkrad versetzten ist der Oberfusch. Meist klappt das auch nicht 100ig und ist dann auch die Blinkerrückstellung rechts/links unterschiedlich.
Davon habe ich auch nichts geschrieben. Natürlich wieder neu vermessen.
Das die Spureinstellung nicht stimmt, wenn das Lenkrad etwas schief steht ist nur theoretisch, hat aber keine praktischen Auswirkungen. Zwar vergrößert sich das Lenkspiel, wenn das Lenkgetriebe nicht in der Mittelstellung steht, aber nicht bei so geringen Werten, wie "schiefstehendes" Lenkrad"
Ich habe bei meinem Wagen die gesamte Lenkung incl. Lenkrad, Lenksäule, sportline Lenkgetriebe, sowie allen Spurstangen bereits getauscht. Schreibe hier also nicht vom Hörensagen.
Habe meinen Wagen von einem querschnittsgelähmten Senior gekauft. Blinker und Tempomat gingen rechts aus der Lenksäule, war ne Sonderanfertigung deshalb der Umbau.
Gruß Ulli
Horchundguck
25.10.2008, 23:22
Danke für die Antworten!
Der Benz fährt seit der Vermessung super geradeaus, die vorher notwendigen Korrekturen sind nicht mehr notwendig. Nur das schief stehende Lenkrad stört doch erheblich.
Nachbessern - ich habe schon reklamiert - wird gemacht.
Aber nun braucht das "Dummerchen" eure Hilfe: auf was muss ich bei der Nachbesserung achten? 1. Dabei sein - klar. 2. ? 3. ?.......:(
2.5litertee
26.10.2008, 01:26
Nun das erste was du selbst erledigen kannst ist der korrekte Luftdruck unbeladen lt. Tankklappe, dann sollte das Auto nur an Bord haben was zum Betrieb notwendig ist und getankt.
Das Niveau des Fahrzeugs bei der Vermessung muss stimmen ggf. eingestellt werden. Der Wagen muss nach dem abstellen auf den Messplatten durchgefedert werden und die Spreizstange zwischen den Vorderrädern muss verwendung finden. Auf den Monitoren der Vermessplätze werden Toleranzbereiche im grünen Bereich angegeben, die sollten nicht eben so erreicht sein sondern das Auto muss / sollte relativ mittig drin sein. Wichtig ist auch das der Monteur nach dem festziehen der Spurstangen und der extenter-Bolzen eine erneute Messung durchführt, da sich dabei gern noch etwas verstellt (Wird gern vergessen)
Findet die Vermessung nicht bei MB statt also nicht durch die fünf löcher des Rades an der Nabe, solltest du darauf achten das der Monteur keine Pappen o.ä. unter die Messwertaufnehmer klemmt (Werden bei VW Sturzkorrekturpappen genannt) bei Mercedes ist ALLES einstellbar, sogar die Spur an den Hinterrädern.
Hallo,
bei älteren Fahrzeugen lassen sich Sturz und Nachlauf allerdings nicht immer mehr so optimal einstellen. Dann muss man Kompromisse eingehen.
Dann so einstellen lassen, das der Nachlauf auf beiden Seiten gleichmäßig ist. Auch wenn er dann auf beiden Seiten im roten Bereich sein sollte. Je mehr Nachlauf, je besser, weil höhere Rückstellkräfte des Lenkrades in die Mittenstellung = besserer Geradeauslauf.
Aber wenn das jetzt alles so gestimmt hat, brauch ja im günstigsten Fall nur die Spur auf beiden Seiten verstellt werden, um die Lenkradstellung zu korrigieren.
Gruß Ulli
Alles Einstellbar ist relativ, ich würde nicht sagen "sogar die Spur an den Hinterrädern" sondern eher "an den Hinterrädern NUR die Spur"...
Eine komplette Neueeinstellung halte ich für nicht nötig, da sich die anderen Werte nicht nennenswert ändern. Mit der Zeit haben die Autos schon mal ein wenig Achsenversatz und wenn dann etwas Federkraft irgendwo in die falsche Richtung ging (Lenkungsdämpfer, Lenkungshardyscheibe, etc.) dann steht das Lenkrad danach schief.
Das man das korrigieren kann, in dem man das Lenkrad umsetzt, ist selten, weil die Verzahnung dafür viel zu grob ist, das wird so nur in Ausnahmefällen richtig gerade.
Das die Einstellung so an sich nicht stimmt, ist zwar theorethsich richtig, macht aber in der Praxis auch nichts aus. Lenkzwischenhebel und Lenkgetriebehebel geben im Normalfall ein Trapez ab. Dieses Trapez sollte 4 gleiche Winkel haben. Wenn sich das Lenkgetriebe bei der Vermessung nicht in Mittelstellung befindet, passen die Winkel nicht richtig und ein Rad radiert bei Kurvenfahrten etwas mehr. Theorethisch. Damit sich dies in der Praxis auswirkt, muss man aber BEDEUTEND mehr wie nur 10 oder 20 oder 30° Schiefstellung haben, sondern eher schon 90 oder 120 grad, damit das überhaupt einen Effekt gibt.
Man sollte sich bei den Einstellungen nicht auf die Minute genau ins Hemdchen machen, denn wenn man das Auto einmal im Kreis fährst und wieder auf die Messbühne stellt, sind da wieder ganz schnell ganz andere Tolleranzen aufm Tester. Wenn man dann den eigenen Hintern reinsetzt, sehen die Messergebnisse wieder anders aus und ein Auto welches tolle Werte auf der Bühne hat, kann wenn sich der Tankstand ändert schon wieder aus der Tolleranz sein. Wichtig ist bei dem Kapitel eher, die Radlager vorher nach zu stellen, das wird gerne sehr oft vergessen.
Das Wichtigste ist halt dass die Spur passt und der Rest möglichst gleich ist.
Die vorgeschriebene Spreizstange ist auch nicht so wichtig, ein Erfahrener Reifenhändler kann die paar Kilos auch mit der Hand auseinander drücken und bei Autos die viele KM gelaufen haben, also schon 60 oder 80.000km oder mehr ist so viel Spiel in den Gelenken, dass das dann auch nicht mehr auffällt.
Diese Spreizstange ist eher ein Forenmythos, weil mal irgendwer das ausgegraben hat, der es gerne ganz genau nahm und seid dem verschiebt man Fahrwerksprobleme gerne auf die fehlende Spreizstange bei der Vermessung. Die Taxis die hier laufen werden beim Reifenhändler meines Vertrauens alle ohne Spreizstange vermessen und Daimler-Benz -haben nämlich nicht alle ne eigene Messbühne- schickt die Autos zum Reifenhändler und der hat auch keine Messuhr für Radlagerspiel oder ne Spreizstange oder die Vorgeschriebenen Beladerichtlinien oder die Fahrwerkshöhenmessgeräte für 126er... Der hat ne Messbühne mit Messgerät und n Zollstock für den Rest...
Grundsätzlich kann man die Vermessung auch mit Dachlatte und Zollstock genau so sauber hinbekommen, wie auf der Messbühne. Zum Nachstellen einzelner Werte, z.B. Spur nach kleinen Reparaturarbeiten langt das allemale. Ich habe das jetzt schon mehrmals gemacht und die Autos DANACH noch einmal vermessen lassen und mit den herkömlichen Mitteln IMMER die Werte sauber getroffen.
Sich da bei Autos die 200 oder 300.000km gelaufen haben erbsenzählerisch an zu stellen, halte ich persönlich für bestenfalls belustigend.
Natürlich schreibt Mercedes das anders vor, aber Mercedes geht bei diesen theorethisch hoch präzisen Dingen auch von NEUWAGEN aus, mit NEUEN Fahrwerken und geringen Laufleistungen und nicht von Autos die irgendwas jenseits der 200.000km in über 15 Jahren gelaufen haben...
Da kann man wirklich die Kirche im Dorf lassen.
Mfg, Mark
Aber wenn das jetzt alles so gestimmt hat, brauch ja im günstigsten Fall nur die Spur auf beiden Seiten verstellt werden, um die Lenkradstellung zu korrigieren.
Gruß Ulli
Denke auch, das das vollkommen langt.
Hallo Mark,
wie Du schon schreibst, ist das alles kein hochpräzises Schweizer Uhrwerk, beim Gebrauchtwagen. In Zeiten vor der Elektronischen Vermessung ging es ja auch.
Das Lenkrad stand vor Jahren bei meinem Wagen auch mal schief. Ich habs dann selbst eingestellt, indem ich die vorher gekennzeichneten Spurstangen beide um die gleiche Gardzahl in die selbe Richtung verdreht habe.
Danach war das Lenkrad gerade und die Spur stimmte auch noch.
Gruß Ulli
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